KontaktImpressumSitemap
Aquarelle
Ölbilder
Radierungen
Zeichnungen
 - Galerie
 - Zeichentechnik
Holzschnitte
Plastiken
Themen

Zeichentechnik

Tusche hat den Vorteil, daß eine einmal gezogene Linie schon nach ganz kurzer Zeit wischfest und wasserunlöslich wird, selbst wenn das Papier durch Regen beispielsweise durchnäßt wird. Allerdings kann man auf nasses Papier mit Tusche nur mit einem Pinsel zeichnen. Das sind dann Pinselzeichnungen.

 

Normalerweise werden für Tuschezeichnungen Schreibfedern verwendet, wie sie früher überall in zahlreichen verschiedenen Breiten verwendet wurden.

 

Anders als bei Bleistift-, Kreide- und Kohlezeichnungen können einmal gezogene Linien bei Tuschezeichnungen nicht mehr korrigiert werden. Der Strich muß also „sitzen“, was bedeutet, daß der Zeichner über hohe Konzentration und sehr großes Können verfügen muß, wenn der Verschleiß an Papier sich nicht ins Unendliche steigern soll.

 

Mit Tusche lassen sich ähnlich wie bei Ätzradierungen starke schwarz-weiß- oder hell-dunkel-Kontraste erzeugen. Auch läßt sich Tusche, vorsichtig angewandt, als Kontrastverstärkung in Bleistiftzeichnungen anwenden.

 

Durch die Breite der verwendeten Feder ist die Art der Darstellung weitgehend vorgegeben.

 

Für Pinselzeichnungen wird eine andere Art von Tusche verwendet: die sogenannte „chinesische Tusche“. Die Maltechnik ist ähnlich wie bei Aquarellen, gewissermaßen „Schwarz-weiß-Aquarelle“, wobei die Abstufungen innerhalb der Grautöne sehr stark ist und die Ausdruckskraft erheblich gesteigert werden kann. Allerdings erfordern alle Schwarz – weiß – Graphiken und Zeichnungen beim Betrachter eine stärkere Abstraktionsfähigkeit als farbige Bilder gleich welcher Technik.

 

Auch bei Tusche – und Pinselzeichnungen ist die Wahl des Papiers mit verantwortlich für das Gelingen im Sinne des Zeichners. Tusche haftet zwar auf nahezu jedem Papier, hinterläßt aber auf zu weichem, saugfähigem Papier auch „Auslaufspuren“, die u. U. nicht oder gerade erwünscht sind. Die Wahl des Papiers hängt also indirekt oder auch direkt von den Intentionen des Zeichners ab.

 

Tuschezeichnungen nehmen im Oeuvre Theodor Brün’s einen sehr breiten Raum ein, desgleichen Pinselzeichnungen, die aber in erster Linie bei Illustrationen. Nahezu alle Zeichnungen – Portraits, Landschaften, Skizzen aus dem 1. Weltkrieg 1914-1918 sind Tuschezeichnungen. Für Nachschub an Papier, Federn und Tusche sorgte seine Schwester Margarete treulich, selbst wenn es manchmal sehr schwierig war, an dieses Material zu gelangen.

 

In den Nachkriegsjahren bis nach der Inflation waren diese Materialien alle Mangelware, und wenn sie zu bekommen waren, sehr teuer.

 

Auch war die Qualitätsstreuung bei Papier – vor allem bei Aquarellpapier – sehr groß, wie aus zahlreichen Briefstellen hervorgeht.