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Der Deutsche Nr. 208, 7. September 1934

Kunst und Künstler Westfalens

Eine Ausstellung im Verein Berliner Künstler

......da finden sich ..... Holzschnitzereien von Theodor Brün, etwa (in) der Darstellung "Hohler Baum", die in einer weichen Linienführung und zarten Formgestaltung Märchengestalten zu sein scheinen, wie sie Moritz von Schwind gemalt hat.

Deutsche Zukunft Berlin, 9. September 1934

Auf der Malersuche

...... Wesentlicher ist, daß unter dem noch Unbekannten eine Reihe ausgezeichneter Arbeiten auf-fällt. In der vordersten Reihe steht hier Theodor Brün, Radierer und Bildhauer, der das merkwür-dig erdferne und doch sehr gefühlte Grabmal für Walter Schrenk auf dem alten Dreifaltigkeitsfried-hof schuf. Brün zeigt Landschaftsradierungen von einer Kraft des empfundenen Ausdrucks, wie man sie nicht oft sieht: energisch, sachlich und zugleich gefühlt bis in jede Linie. Hier spricht ein Mensch mit einer lebendigen Beziehung zur Welt - und mit der Kraft, diese gefühlte Beziehung auch in lebendige Form umzusetzen. Fast noch stärker als seine Radierungen überzeugen seine sehr eigen aus dem Block geschnittenen und in ihm belassenen Holzfiguren: wer einen Kopf schaffen konnte wie den des Vaters in der seltsamen "Erinnerung", der hat einen Besitz, der Be-achtung verdient. ...... Fechter

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Kölnische Zeitung Abendausgabe, 10.September 1934

Westfälische Kunst in Berlin

.,.... Die Holzfiguren Theodor Brüns umgehen trotz des tabernakelartigen Umbaus, in dem sie wie in einem hohlen Stamm stehen, die Gefahr kunstgewerblicher Gesuchtheit durch die kernig schlichte Behandlung der Schnitzfläche..... K.H. Ruppel

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Rheinisch Westfälische Zeitung, 24. Oktober 1934

Theodor Brün - Richard Geßner, im Düsseldorfer Kunstverein

Maler, Graphiker und Bildhauer in eins, gebührt Theodor Brün als Bildhauer besonderes Lob. Als solcher ist er Autodidakt. In meisterhafter Technik und mit an Schwind gemahnender Phantasie entlockt er dem knorrigen Holzstamm seine sinnigen Gestalten, die oft den Zauber des deutschen Märchens verspüren lassen und ausnahmslos ihr Dasein der Phantasie eines Dichters verdanken.

Brün begnügt sich nicht mit einem gepflegten Naturalismus, sondern ist stets bemüht, auch in die geistigen Bezirke seiner Gestalten einzudringen. So schaffte er jeweils um das rein Körperliche die Atmosphäre des Besonderen. Vielfach aus der literarischen Inspiration heraus versieht er die Fi-guren mit kleinen Zutaten. Diese Zutaten bleiben aber keine Attribute schlechthin, sondern sind stets Teile eines großen Ganzen. Mit wahrer Demut behandelt er die alten Themen vom "Verlore-nen Sohn", dem "Kampf Jakobs mit dem Engel", von der "Versuchung des Menschen durch den Widersacher" usw. Selten wird man in der deutschen Plastik der Gegenwart soviel Seelenkraft begegnen wie hier.

Wie kaum einer ist Brün berechtigt, den Ehrennamen eines deutschen Bildschneiders zu tragen. Er ist der würdige Nachfahre der Meister der Schnitzaltäre vom ausgehenden 15. und beginnen-den 16. Jahrhundert. Seine geistige, echt germanische Bewegtheit, die ihn durchaus zum moder-nen Menschen macht, dazu sein ungeheures technisches Können dürfen ihn ohne weiteres in die Lage setzen, den Faden der Tradition selbstschöpferisch weiterzuspinnen. Dem Künstler fehlt nur die Aufgabe.

Vom Maler gewinnen wir diesmal keine Vorstellung, umso mehr aber vom Graphiker. Auch hier zeigt sich wieder der sinnierende Mensch. Als Schüler Peter Halms hat er ein besonders inniges Verhältnis zur Landschaft. Er liebt die graphische Verspieltheit, geht mit aller Behutsamkeit dem Wechsel von Licht und Schatten nach und freut sich immer wieder der Natur als Quell allen Le-bens. Seine Bildnisse haben die Feierlichkeit und erstaunliche Lebensnähe der Graphiken eines Stauffer-Bern. Dr. H.K.

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Kölnische Zeitung Abendblatt, 23. Oktober 1934

Bildende Kunst in Düsseldorf

Im Kunstverein für die Rheinlande gab es eine Überraschung; das heißt, wir haben Theodor Brün, einen Bildner aus Hagen, vor Jahr und Tag schon genannt, den meisten war er jedoch unbekannt. Auf der sonst ziemlich farblosen Westfälischen Kunstschau in Dortmund erregte er endlich allgemeines Aufsehen, und nun ist er in Düsseldorf mit einer Sammelausstellung zu Gast. So sehr wir die Sensation ablehnen, so erfreulich ist doch die Leistung, die noch über den guten Durchschnitt herausragt, zumal wenn sie die verdiente neidlose Anerken-nung findet.

...... Nun zu Theodor Brün! Er ist ein Meister der Holzschnitzerei, eigenmächtig in der For-mung und gleichwohl dem Ursprung seiner Gestaltungskraft getreu: Wie ein altes Bildwerk seine Schule erkennen läßt, weisen die lebendigen Schöpfungen Brüns auf den ersten Blick ihre niederdeutsche Art aus. Wir begreifen den wesentlichen Zusammenhang, der Jahrhun-derte zurückreicht und dabei die äußerlichen Angleichungsversuche, den Historismus des 19. Säkulums glatt überbrückt. Die erstaunliche Beherrschung des Werkstoffs verleitet Brün nicht zum schlechthin Spielerischen, doch ist in diesen Bildungen unermeßliche Phantasie. Das Ornament gelangt zu seinem Recht. Die große heimliche Natur mit ihren Gesichten macht sich geltend. Da ist die "Versuchung" oder die in sich mächtig bewegte Schnitzerei "Knabe mit Teufel". Einige Bildwerke wiederum sind von seltener Anmut, so die "Frau am Spiegel". Die Geschicklichkeit, die Vorstellung und Erfindung des Künstlers wagen sich hier bis an die Grenze vor, welche zwischen Dasein und Täuschung trennt. Merkwürdig ist diese Frau am Spiegel, ebenso die hoheitsvolle Meerfrau, die "Schaumgeborene". Sie haben zu ihrem Teil etwas von der in unwandelbarer Schönheit unheimlichen Prägung des echten Kunstwerks, welches uns Gott und Mensch, ureigene Form und das Antlitz der Schöpfung zu schauen gibt. Wernher Witthaus

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NN Berlin, Oktober 1934

Ein Maler und ein Bildhauer

Richard Geßner und Theodor Brün im Kunstverein

...... Da lebt ein Mann in Hagen, er heißt Theodor Brün, und ist fünfzig Jahre alt. Und es wußte und weiß eigentlich keiner außerhalb seiner engeren Heimat um ihn. Kürzlich zeigte er in Berlin ein paar auch von uns notierte Plastiken. Jetzt hat der Leiter des Kunstvereins die charaktervoll-vielseitige Persönlichkeit dieses Plastikers und Radierers in den drei unteren Sälen in umfassen-der Ausbreitung seines Schaffens zur Diskussion gestellt. Wir dürfen in der Tat das heute wieder einmal so arg mißbrauchte Wort von der deutschen Seele diesem Werk gegenüber aussprechen. Dieser Brün hat Gesichte, ihm genügt nicht die Wiedergabe der Wirklichkeit. Der "Kampf Jakobs mit dem Engel", der den Ringenden, eine deutsche Bauerngestalt, mit unbeschreiblich zarter Ge-ste segnet, die ebenso alten Themen vom "Verlorenen Sohn" oder der "Versuchung" eines Heili-gen durch das Weib, diese und andere Figuren und Figurengruppen weisen auf eine phantasievoll schöpferische Persönlichkeit, die dann in ihrem meisterlichen technischen Können zu den Besten der Zeit gerechnet werden muß. Brün bildet, wie auch Barlach, in Holz. Er geht, das Material mit unerhörtem technischen Können beherrschend, zuweilen bis hart an die Grenzen des noch pla-stisch Darstellbaren, stellt sich in Gebilden, wie eben jener "Versuchung", dem "Schauspieler", der "Frau am Spiegel", die kompliziertesten Aufgaben, und löst sie mit der ihm eigenen typisch ger-manischen Lust am ornamentalen Formenspiel überzeugend. Keusche Schlichtheit der Empfin-dung ("Liebespaar mit Hund"), aber auch visionäre Dämonie ("Knabe und Teufel") bezeichnen diese Kunst, sie ist herb und derb, kompakt und zierhaft und - immer wahrhaftig im Gefühl wie im Handwerk.

Gleiches gilt von der Graphik Brüns, die zwei Sälchen füllt. Welche Lust am Verwühlten des Blatt-werks, welche kraftvolle Sinnenhaftigkeit der Landschaftsempfindung. Und nicht minder hingege-ben geht der Radierer einem Bildnisvorwurf nach, formt ihn mit einer Präzision, die an den tragi-schen Karl Stauffer (Bern) gemahnt, der ja auch Plastiker und Graphiker in einem war. Neben sub-til durchgeformten Blättern finden wir dann noch seine Federzeichnungen und Radierungen, die mit Formandeutungen Wesentliches lebendig versinnlichen. So die vielgestaltigen Studien aus Paris (Cafe du Dôme), das auch als Stadtbild charakteristisch erscheint.

Aber immer bleibt doch die deutsche Landschaft, ihre Stille, ihr Ernst dem Künstler am nächsten: die Seinestadt konnte ihn nicht der Heimat, nicht dem gesicherten Eigenwesen seiner Kunst ent-fremden! Sch.

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Kölnische Volkszeitung, 25. November 1934

Ein westfälischer Bildhauer / Ausstellung Theodor Brün in Düsseldorf

Eine Ausstellung des westfälischen Bildhauers und Graphikers Theodor Brün in den Räu-men des Düsseldorfer Kunstvereins macht mit dem Schaffen eines Fünfzigjährigen bekannt, der über das engere Heimatgebiet hinaus bisher unbekannt geblieben war. (Brün, 1885 in Hamm i.W. geboren, wohnt in Hagen). Jede einzelne Plastik dieses wie Barlach in Holz ge-staltenden Bildhauers zeugt von Kühnheit und Eigenheit in Erfindung und Form. Fast sym-bolisch für dieses echt westfälische In- und Fürsichsein sind Plastiken wie die einer Frauen-gestalt im hohlen Baumstamm oder des die Stiege herabsteigenden Vaters innerhalb eines engen Treppengehäuses, die jeweils mit größter Feinheit ganz aus einem Block herausge-arbeitet sind und auch das handwerkliche Können dieses Meisters der Schnitzkunst als au-ßerordentlich erscheinen lassen.

Bei einem "Weiblichen Akt vor dem Spiegel" ist das Spiegelbild mit der Brün eigenen Kühn-heit in einer vor dem ersteren aufragenden, auf der Rückseite kunstvoll verzierten Holzplatte reliefartig vertieft zu sehen.

Das Geheimnis des Weibtums umreißt eine Statue der "Schaumgeborenen" mit dem steil aus der Flut emporschnellenden Fisch zu Füßen, zu ihren Häupten eine flügelnde Möwe.

Innig und lieblich ist eine in der Darstellung mit strauchartigem ornamentalem Geranke ver-wachsene Mutter-Kind-Plastik. Als einzig in ihrer Art erscheint auch Brüns plastische Vision des "Schauspielers", bei der hinter der maskenhaften Gestalt eines Königs der ihn verkör-pernde, ihm Leben einhauchende Akteur sich verbirgt; der Eindruck ist durch goldne und rote Bemalung gesteigert. Zur Sprache des Antlitzes tritt hier die der ausdrucksvoll erhobe-nen Hand, ähnlich wie bei den ganz persönlich geschauten Christusgestalten. Brüns Schöp-fungen auf diesem Gebiet haben, wenn auch nicht die Allgemeingültigkeit kirchlicher Kunst, so doch den Charakter persönlichtiefen Bekenntnisses. Christus auf dem Meer wandelnd, unter seinen Füßen der nach dem Gewand greifende versinkende Petrus, und der in unge-mein kraftvoller Schnitzerei von einem Heer kleiner Dämonen wie von einem netzartigen Gespinst umgebene Christus in der Wüste, hinter seinem Ohr die Fratze des Einflüsterers, sind hier zu nennen. Ein zweites Mal ist das Versuchungsmotiv aufgenommen in der Plastik einer unter der Übergewalt in die Knie gesunkenen Jünglingsgestalt, die ein finsterer Höl-lengeist von rückwärts umringelt und umkrallt; es ist eine aus tiefster Erfahrung des Dämoni-schen erwachsene packende Vision. Nicht minder tief erlebte und gestaltete Brün die göttli-che Begnadung in der innigen Geste des Engels, der sich segnend über den im Kampf er-müdeten und einsinkenden, ihn noch mit dem Arm umfassenden Jakob beugt, wie auch bei einer Kleinplastik des "Verlorenen Sohnes", wo der Vater den Heimgekehrten ganz in den Mantel seiner Güte hineinnimmt. Ein Engel als Leuchterfigürchen, die Gruppe "Noli me tan-gere" und der gleichfalls ganz persönlich gesehene "Gute Hirte" gehören weiterhin dem reli-giösen Motivkreis an.

"Liebespaar","Spaziergänger" und die äußerst kunstfertige Gruppe der Ringenden "Zwei gegen einen"(Kleinplastik) sind nicht minder eigenartige Schöpfungen Brüns.

Die Graphik des Meisters füllt zwei Räume. Es handelt sich um Radierungen und Zeichnun-gen: meist deutsche, in der Wiedergabe ganz sinnenfällige Landschaften sowie figürliche Szenen. Wenn diese Arbeiten auch große Feinheiten zeigen, hat Brün sein Tiefstes und Eigenstes doch als Bildhauer zu geben. K.G. Pfeill

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Westfälische Kunstausstellung 1934

Das "Haus der Kunst" in Dortmund eröffnet

...... Rembrandt und die deutschen Malerradierer des 18. Jahrhunderts hat sich der Radierer Brün, eine romantisch versponnene, echt deutsche Natur, zu seinen Mei-stern erwählt. Seine Landschaftsblätter oder gar eine Federzeichnung sind ungetrüb-te Freuden. Das ist eine Welt für sich. Eine Welt für stille Leute. Ob dieser Künstler mit dem Plastiker Brün identisch ist, weiß ich nicht zu sagen. Äußerlich schließen sich beide aus, doch nur scheinbar. Der poetisch-besinnliche, nachdenkliche Zug in den oft aus dem Stamm herausgeschnitzten Figuren, von denen eine Eva in ihrem Holzgehäuse wie in einer Portalnische geborgen steht, macht beide, innerlich ver-wandt, zu Trägern urtümlich deutschen Wesens. Einzelgänger, Abseitige, Träumer, Künstler! Dr. st.

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